Deu HA 3. Klasse Sams Wal

Es folgt eine Deutschhausaufgabe zum Buch „Sams Wal“, welches gerade im Unterricht durchgenommen wird, obwohl die Schüler meiner Meinung nach noch ihre Rechtschreibung trainieren müssten. Es sollte doch erst einmal die Groß- und Kleinschreibung sitzen, bevor ich anfange, Texte aus Büchern zusammenzusetzen. Zumal es sich bei dem Buch auch um eine Übersetzung handelt. Für den Deutschunterricht würde ich am Anfang doch klassische Kinderliteratur empfehlen, zumal es ja doch auch einige gute deutsche Werke gibt. Da kommen dann auch einfache Worte drin vor und ich würde auch sagen, dass sich manch alter Schriftsteller viel gewählter ausdrücken konnten, als es heute üblich oder cool ist.

Aber zurück zur angekündigten Hausaufgabe:

Es geht wieder einmal darum, Ordnung in’s Chaos zu bringen, obwohl ich immer dachte in der Schule würde man Strukturen erlernen. Heut wird von den Schülern verlangt, die Ordnung selbst zu finden. So als gucke man in den Sternenhimmel und erkenne sofort alle Sternbilder ohne jemals eine Karte vom Weltall gesehen zu haben. Natürlich kann ich aus dem Nichts Sternbilder erkennen, aber ob diese dann zufällig mit den bereits gefunden übereinstimmen, das wäre ja eine viel zu geringe Wahrscheinlichkeit. Aber die Schüler sollen sich im Neuen zurechtfinden und über kreuz die Worte richtig abschreiben, obwohl noch gar nicht alle Worte sitzen und es schon ausgereicht hätte, die Sätze aus der verherigen Zeile richtig abzuschreiben.

Und dann das: ein Fehler in der Aufgabenstellung? Ist da nicht ein Komma zu viel? Müsste es nicht heißen: „Verbinde die Satzteile, die zusammengehören und schreibe sie in dein Heft.“ Auch schön, dass für die Schreibübung kein Platz gelassen wurde und sich die Kinder jetzt im Heft die Linien selber auf einer Seite ziehen müssen. Das animiert doch zum Schreiben: erstens wird’s schwerer gemacht, als es hätte sein müssen (Überkreuz) und dann gibt’s noch nicht mal einen schönen Platz für die ganze mühevolle Arbeit.

O.k., schreiben wir also die Sätze ab. Ups, was ist denn das? „An einem Hemdstreifen bindet Sam die Rinde um den Hals seines Hundes.“ Ich lese mir den Satz mehrmals durch. Gut, dass ich mit in das Buch geguckt hab und mich erinnere: Sam schreibt eine Nachricht auf ein Stück Rinde. Dann wickelt er die Rinde in einen Streifen, welchen er aus seinem Hemd gerissen hat, und bindet es seinem Hund um den Hals. Aja, das war schon im Buch merkwürdig formuliert. Ich hatte mich schon gefragt, wie groß der Streißen aus dem kurzärmeligen Hemd sein soll, in den ein Stück Rinde passt und welches Sam dann auch noch gut um den Hals von seinem Hund binden kann. Hier in dem Satz in der Hausaufgabe, klingt es ja eher so, als ob Sam die Rinde um den Hals seines Hundes bindet und zwar mit Hilfe eines Hemdstreifens. Im Buch heißt es zum Glück „Stoffstreifen aus dem Hemd“, sonst könnte man sich auch was anderes darunter vorstellen, Phantasie hat ja zum Glück keine Grenzen. Auf jeden Fall lasse ich Maxi nur ungern den Satz „An einem Hemdstreifen…“ abschreiben, aber sonst gibt’s Ärger. Damit er aber später einmal in der Lage ist, gute Texte zu schreiben, verrate ich ihm, dass dieser Satz falsch formuliert ist. Mein Vorschlag: „Mit einem Stoffstreifen aus dem Hemd band Sam die Nachricht um Lucys Hals.“ (Sams Hund heißt Lucy.) Obwohl es auch nicht wirklich gut formuliert ist. Sollte man überhaupt versuchen, soviel Information in einen Satz tun? Aus poetischer Sicht vielleicht nicht, jedenfalls nicht, wenn es sich um Kinderliteratur handelt.

Ich frage mich langsam, wer sich da eigentlich die Aufgabe ausgedacht hat? Leider kann ich dazu keine Angabe im Arbeitsheft finden.

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